Etwas Torte zur Hostie?

Zur heiligen Kommunion empfängt man natürlich die erste Hostie, aber gegen ein Stück Torte ist ja auch nichts einzuwenden! Hier findest Du eine Anleitung wie Du in wenigen Schritten eine Buchtorte selbst machst.

Dienstag, 09. Mai 2017

Am Sonntag hat meine "Kleincousine" ihre Erstkommunion empfangen. 

Und sie hat sich dazu eine Buchtorte gewünscht. Mädchenhaft sollte sie sein. In Grün und Lila gehalten. Vielleicht mit einer Taube. Und mit klassischer Aufschrift. 

Eigentlich recht enge Vorgaben, oder? Aber wie soll sie denn nun aussehen? "Du machst das schon!" bekam ich als Antwort. 

Na gut, hab ich also mal gemacht.

Und wie genau, dass zeige ich Dir hier!

Die Buchtorte

Oft lese ich, dass TortenbäckerInnen sich scheuen eine Buchtorte zu machen. Man braucht eine besondere Form und das Eindecken mit Fondant ist viiiiel schwieriger als bei einer runden Torte.

Falsch!

Im Endeffekt ist eine Buchtorte genau so simpel zu machen wie eine "normale" Torte. Ich zeige und erkläre Dir gerne worauf es ankommt.

Die Backform

Um eine Buchtorte zu backen musst Du Dir keine besondere Form anschaffen. Du kannst einfach in einer rechteckigen Backform oder auf einem tiefen Backblech backen. Wählst Du das Backblech, kannst Du entweder den gebackenen Boden halbieren und stapeln oder Du backst zwei Böden und stapelst diese. Das hängt davon ab, wie groß Dein Buch werden soll.

Ich selbst habe eine schlichte, rechteckige Springform. Um genau zu sein so eine

Ich benutze sie sehr gerne. Sie ist etwas größer als ein halbes Blech und bietet auch eine schöne Höhe. Ich habe sie als Rundlage für meine Miniontorte und auch für das Pony und das Lama benutzt. Wenn Du also häufiger in Form geschnittene Torten machen möchtest, lohnt sich die Anschaffung. Bei einer einmaligen Sache würde ich aber auf das Backblech zurückgreifen. 

Der Kuchen

In meiner kleinen Reihe über die Entstehung einer Motivtorte bin ich auch auf die Wahl des richtigen Kuchen eingegangen. Da der Kuchen ohne passende Kuchenform in Form geschnitten werden muss ist es wichtig, dass er sich gut schneiden lässt. Ein Biskuit wäre zu bröckelig. Gleiches gilt auch für einige andere Kuchen. Ich empfehle Dir einen Rührkuchen. Ich habe mich für ein simples Marmorkuchenrezept ohne Marmor - also ohne Kakao - entschieden.

Für meine Springform habe ich die doppelte Teigmenge gemacht. Gebacken habe ich den Kuchen bei 170° Umluft für etwa eine Stunde. Dann war er fertig. Zum Glück backt der Kuchen schön glatt. Ich habe ihn noch 10 min in der Form abkühlen lassen und ihn dann auf ein Gitter gestürzt. So durfte er dann über Nacht auskühlen. Erst dann ist er wirklich gut zu schneiden.

                                       

Auf dem Bild siehst Du, wie ich beim Schneiden vorgegangen bin. Ich habe die Mitte des Kuchens ermittelt und dann eine Kerbe gemacht wo die Buchfalz sein sollte. Ich habe mich bemüht möglich "rund" zu arbeiten, damit die Kurve der von Buchseiten entspricht. Ich empfehle Dir ein langes Messer zu benutzen, damit Du die Fläche gleichmäßig abtragen kannst. Und mach lieber mehrere Schnitte um die gewünschte Tiefe zu erreichen. Es ist leichter mit einem weiteren Schnitt mehr Kuchen abzutragen als ihn wieder dran zu basteln.

Um die richtige Rundung zu erreichen habe ich auch am Außenrand ein wenig der Kante abgetragen. Du erkennst den helleren Streifen an der rechten Seite des oberen Fotos. 

Genau so bin ich auch auf der linken Seite vorgegangen bis ich die gewünschte Form erreicht habe.   

                                       

Um die Torte zu Füllen (eigentlich bei einem saftigen Kuchen kein Muss, war aber gewüscht) habe ich den Kuchen horizontal durchgeschnitten. Um es mir einfacher zu machen habe ich die Höhe der "Buchfalz" gewählt und konnte dadurch beide Seiten einzeln abheben. So sinkt die Gefahr, dass das Oberteil beim Herunter- oder Draufheben bricht.

Nach dem Füllen mit der gewüschten Creme wird die Torte wieder zusammen gesetzt und von außen mit einer fondantsicheren Creme eingestrichen:

                                       

Danach wird die Torte gekühlt, da sie sich mit fester Oberfläche leichter Eindecken lässt.

Leider kann ich nicht gleichzeitig Arbeiten und Fotografieren (ich brauche wohl ein Stativ!) und darum kann ich Dir hier nicht genau zeigen, wie man eine Buchtorte eindeckst, aber ich kann es Dir erklären:

  • Roll das Fondant nicht zu dünn und vor allem ausreichend groß aus. Ich habe knapp 2 kg Fondant weichgeknetet. Wenn das Fondant aufgelegt ist musst Du zwar einen Teil abschneiden, aber es macht das Eindecken erstmal leichter.
  • Lege das Fondant so auf, dass es gut in die Buchfalz rutschen kann. 
  • Glätte die Oberfläche.
  • Beginne am Rand mit den Ecken. Das Fondant lässt sich an den glatten Seiten leicht stauchen. Wenn die vier Ecken also erstmal sitzen, kannst Du die glatten Flächen einfach glattstreichen. 

Tja, und dann kannst Du genau wie bei einer runden Torte das überschüssige Fondant wegschneiden und eine Abschlusskante aus farbigem Fondant oder einem Seidenband machen. Ich habe diesmal einfach eine dünne Fondantrolle gemacht, da ich finde, dass dies einem Buchrücken am nächsten kommt. 

Abschließend habe ich noch Buchseiten am Rand angedeutet.  

                                       

Dazu habe ich mit einem dünnen Pinsel braune Striche gezogen und diese dann mit einem breiteren, angefeuchteten Pinsel vergeblendet.

Damit ist die Buchtorte sozusagen fertig.

Die Dekoration

Natürlich kannst Du Deine Torte nun nach Deinem Geschmack dekorieren. Hier findest Du aber noch ein paar Tipps wie ich es gemacht haben.

Alles was im Vorfeld gemacht werden konnte, habe ich vorbereitet und getrocknet bereit gestellt.

Die kleinen Blumen habe ich mit Silikonformen gemacht. Das geht relativ schnell und ist sehr einfach. 

                                       

Die Formen werden mit Blütenpaste gefüllt. Achte darauf, dass Du sie bis in jede Ecke drückst. Ein Modelliertool kann dabei sehr nützlich sein.

Um die Blumen in Form als der Form zu bekommen, kannst Du sie darin trocknen lassen. Das dauert natürlich einige Stunden oder sogar Tage. Stattdessen kannst Du die Formen auch für 15 min in die Gefriertruhe geben. Gefroren lassen sie sich ganz einfach aus den Formen drücken und zum Trocknen auf einen mit Stärke bestäubten Teller legen.  

                                       

Ich habe für meine Deko ca. 50 Blüten verwendet.

Zusätzlich habe ich noch einige kleine Blätter gemacht und sie zum Trocknen auf ein gewölbtes Schaumstoffstück gelegt.  

                                       

So bekommt jedes Blatt seine eigene Form. 

Die Buchstaben habe ich mit entsprechenden Cuttern aus Blütenpaste ausgestochen. Je kleiner die Buchstaben, desto schwerer ist es sie heil aus den Ausstechern herauszubekommen. Legst Du jedoch etwas Frischhaltefolie zwischen die Blütenpaste und die Form, wird das Ausstechen viel leichter!   

Und dann muss nur noch alles auf die Torte:  

                                       

Die "Äste" und das Band in der Buchfalz habe ich aus Fondant gerollt. Die Tauben sind wie die Blumen mit Hilfe von Silikonformen gemacht und bemalt worden.

                                       

Das Endergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.

                                       

Die Kleine hat sich auf jeden Fall sehr über die Torte gefreut und auch den Gäste hat die Torte gefallen und geschmeckt. Und mir hat es wie immer Freude gemacht etwas Schönes für einen lieben Menschen zu machen.

Ich hoffe, ich konnte auch Dir Mut machen es einfach mal auszuprobieren. Es ist viel leichter als Du denkst!

In diesem Sinne...

Lebe lecker
Lorraine

Gefällt Dir die Torte? Hast Du auch schon mal eine Buchtorte gemacht? Oder willst Du es versuchen? Lass uns teilhaben! 
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Von am gepostet in Torten

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